Norman Foster bescheinigt Duisburg großes Potenzial

Nach einer eingehenden Analyse der Ist-Situation, bei der man "eine ungewöhnlich große Ansammlung offener Plätze", so Foster, gefunden habe, hat man Ansatzpunkte für städtebauliche Verbesserungen gesucht. Drei Schwerpunkte sind dabei identifiziert worden: 1. Beim Verkehr soll der Schwerpunkt auf nachhaltige Mobilität gelegt werden, sprich ÖPNV und Radverkehr. 2. Die Innenstadt soll baulich nachverdichtet werden. 3. Es gilt, den öffentlichen Raum aufzuwerten.
Da beim Verkehr dem Auto in der City keine Vorfahrt mehr gewährt werden soll, schlägt Lord Foster vor, die Verkehrsflächen um 30 Prozent zu reduzieren. Die geplante Nachverdichtung sei mit zehn Prozent mehr Gebäuden im Innenstadtbereich zu erreichen, sind sich die Planer aus London sicher. Sie haben allein in dem 2,7 Quadratkilometer großen Untersuchungsgebiet 45 Brachflächen entdeckt, die es neu sinnvoll zu erschließen gilt. Die Attraktivität des öffentlichen Raumes soll durch mehr Grün- und Parkanlagen gesteigert werden.
Ein Schwerpunkt der Planungen von Foster konzentriert sich auf den alten historischen Kern der Stadt rund um das Rathaus und die Salvatorkirche. Diese historische Stadtmitte war immer durch drei geschlossene Plätze gekennzeichnet, den Alter Markt, den Burgplatz und einen Platz hinter der Salvatorkirche. Bedingt durch Kriegsschäden und diverse städtebauliche Maßnahmen nach dem Krieg haben alle drei Flächen ihren urbanen Charakter verloren. Der Burgplatz ist zum Parkplatz degradiert, der Alter Markt ist als historische Zone auch kein Frequenzbringer und der Platz hinter der Salvatorkirche ist zu einer Hundewiese verkommen.
Das soll sich nach Fosters Plänen in Zukunft ändern. Er möchte in Anlehnung an die historischen Gegebenheiten die jetzige Situation auflösen. Die Autos sollen vom Burgplatz unter die Erde. Durch neue Bebauung entlang der Poststraße und an der Ecke Schwanenstraße/Kuhstraße soll der Burgplatz wieder ein geschlossener Platz werden. Auch am Alter Markt könnten Neubauten eine dichtere, urbanere Situation schaffen.

Ein besonderes Augenmerk hat Foster auch einer besseren Anbindung des Hauptbahnhofs an die Königstraße gewidmet. Im Augenblick laufen die Menschen aus dem Hauptbahnhof direkt in die Friedrich-Wilhelm-Straße, die eher nachrangig zu sehen ist. Er möchte durch bauliche Eingriffe die Menschen vom Hauptbahnhof über den Averdunkplatz in die Königstraße lenken.
Der Innenhafen könnte nach Fosters Vorstellung über den Kuhlenwall und Springwall, die mit einer kleinen Gracht versehen würden, an die Königstraße besser angebunden werden.
"Dieser Masterplan ist eine riesige Chance für Duisburg", ist Oberbürgermeister Sauerland überzeugt und dankte den Geldgebern, "ohne deren Engagement dieser Masterplan nicht möglich geworden wäre." Er dankte aber auch allen Experten aus Duisburg, die in den vergangenen Wochen von den Foster-Mitarbeitern interviewt worden waren und deren Wissen auch in den Masterplan eingeflossen ist.


Die Stadt Duisburg plant eine weitere Bürgerveranstaltung. Nähere Informationen folgen.
Hinweis zu den Fotorechten Foster + Partners
Fotos Masterplan Duisburg 1 & 2 jeweils:
Foster + Partners
Zeichnung Masterplan Duisburg 3:
Narinder Sagoo/Foster + Partners
Downloads:
- Druckfähiges Bild Masterplan 1 (6.17 MB)
- Druckfähiges Bild Masterplan 2 (9.06 MB)
- Druckfähiges Bild Masterplan 3 (2.57 MB)
- Broschüre Masterplan (1.57 MB)
- Pressemitteilung (deutsch) (25.06 KB)
- Press release (english) (25.78 KB)
- Trailer zum Masterplan als wmv-Datei (8.23 MB)

