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Norman Foster bescheinigt Duisburg großes Potenzial

"Duisburg hat viele Potenziale, um sich als Oberzentrum erfolgreich neu aufzustellen", lautet die Botschaft des weltberühmten Londoner Architekten Lord Norman Foster. Dieser war am 27. Februar 2007 persönlich nach Duisburg gekommen, um vor Politik und Verwaltung seinen Masterplan für die Duisburger Innenstadt vorzustellen. Er war damit vor eineinhalb Jahren auf Initiative engagierter Duisburger Persönlichkeiten und unter finanzieller Mitwirkung mehrerer Duisburger Unternehmen beauftragt worden.

 

Nach einer eingehenden Analyse der Ist-Situation, bei der man "eine ungewöhnlich große Ansammlung offener Plätze", so Foster, gefunden habe, hat man Ansatzpunkte für städtebauliche Verbesserungen gesucht. Drei Schwerpunkte sind dabei identifiziert worden: 1. Beim Verkehr soll der Schwerpunkt auf nachhaltige Mobilität gelegt werden, sprich ÖPNV und Radverkehr. 2. Die Innenstadt soll baulich nachverdichtet werden. 3. Es gilt, den öffentlichen Raum aufzuwerten.

Da beim Verkehr dem Auto in der City keine Vorfahrt mehr gewährt werden soll, schlägt Lord Foster vor, die Verkehrsflächen um 30 Prozent zu reduzieren. Die geplante Nachverdichtung sei mit zehn Prozent mehr Gebäuden im Innenstadtbereich zu erreichen, sind sich die Planer aus London sicher. Sie haben allein in dem 2,7 Quadratkilometer großen Untersuchungsgebiet 45 Brachflächen entdeckt, die es neu sinnvoll zu erschließen gilt. Die Attraktivität des öffentlichen Raumes soll durch mehr Grün- und Parkanlagen gesteigert werden.

 
OB Adolf Sauerland und Lord Norman Foster am Modell der Duisburger City
GroßbildansichtOB Adolf Sauerland und Lord Norman Foster am Modell der Duisburger City

Ein Schwerpunkt der Planungen von Foster konzentriert sich auf den alten historischen Kern der Stadt rund um das Rathaus und die Salvatorkirche. Diese historische Stadtmitte war immer durch drei geschlossene Plätze gekennzeichnet, den Alter Markt, den Burgplatz und einen Platz hinter der Salvatorkirche. Bedingt durch Kriegsschäden und diverse städtebauliche Maßnahmen nach dem Krieg haben alle drei Flächen ihren urbanen Charakter verloren. Der Burgplatz ist zum Parkplatz degradiert, der Alter Markt ist als historische Zone auch kein Frequenzbringer und der Platz hinter der Salvatorkirche ist zu einer Hundewiese verkommen.

Das soll sich nach Fosters Plänen in Zukunft ändern. Er möchte in Anlehnung an die historischen Gegebenheiten die jetzige Situation auflösen. Die Autos sollen vom Burgplatz unter die Erde. Durch neue Bebauung entlang der Poststraße und an der Ecke Schwanenstraße/Kuhstraße soll der Burgplatz wieder ein geschlossener Platz werden. Auch am Alter Markt könnten Neubauten eine dichtere, urbanere Situation schaffen.

 

 

Ein besonderes Augenmerk hat Foster auch einer besseren Anbindung des Hauptbahnhofs an die Königstraße gewidmet. Im Augenblick laufen die Menschen aus dem Hauptbahnhof direkt in die Friedrich-Wilhelm-Straße, die eher nachrangig zu sehen ist. Er möchte durch bauliche Eingriffe die Menschen vom Hauptbahnhof über den Averdunkplatz in die Königstraße lenken.

 

Der Innenhafen könnte nach Fosters Vorstellung über den Kuhlenwall und Springwall, die mit einer kleinen Gracht versehen würden, an die Königstraße besser angebunden werden.

 

"Dieser Masterplan ist eine riesige Chance für Duisburg", ist Oberbürgermeister Sauerland überzeugt und dankte den Geldgebern, "ohne deren Engagement dieser Masterplan nicht möglich geworden wäre." Er dankte aber auch allen Experten aus Duisburg, die in den vergangenen Wochen von den Foster-Mitarbeitern interviewt worden waren und deren Wissen auch in den Masterplan eingeflossen ist.

 
Lord Foster präsentierte seinen Masterplan für die Duisburger Innenstadt vor 250 Zuhörern im Ratssaal
GroßbildansichtLord Foster präsentierte seinen Masterplan für die Duisburger Innenstadt vor 250 Zuhörern im Ratssaal
In ersten Reaktionen nach dem Vortrag von Foster zeigten sich die Unterstützer des Vorhabens begeistert. Prof. Michael Cesarz von Metro Group Asset Management glaubt, dass der Masterplan allen Investoren ein große Planungssicherheit gibt. Axel Funke, Geschäftsführer von Multi Development, fühlte sich in seiner Auffassung bestätigt, dass Duisburg "die am meisten unterschätzte Stadt" im Ruhrgebiet sei. IHK-Präsident Thomas Hüttemann blies ins gleich Horn mit der Aussage, dass, wenn es gelingt den Masterplan umzusetzen, die Stadt führend in der Region würde. Und Dieter Steffen, Berater und ehemaliger Geschäftsführer der Innenhafen Duisburg Entwicklungsgesellschaft, fasste seine Erfahrungen der vergangenen 15 Jahre bei der Umsetzung des Foster-Masterplans für den Innenhafen wie folgt zusammen: "Man muss Visionen haben, um die Wirklichkeit zu verändern."
 
Professor Stefan Behling erläutert den interessierten Duisburger Bürgerinnen und Bürgern den neuen Masterplan
Professor Stefan Behling erläutert den interessierten Duisburger Bürgerinnen und Bürgern den neuen Masterplan
 
Einen Tag nach der ersten öffentlichen Präsentation des Masterplans durch Lord Foster hatten Duisburger Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich im Ratssaal über die Vorstellungen zu einer neuen Innenstadt zu informieren. Professor Stefan Behling, Senior-Partner vom Büro Foster + Partners, machte vor über 200 Gästen deutlich, welche Möglichkeiten in der Veränderung der Innenstadt stecken. Sein lebendiger und anschaulicher Vortrag wurde mehrfach vom Beifall der Besucher unterbrochen. Die Ideen von Foster + Partners wurden anschließend angeregt am Modell der neuen Innenstadt diskutiert.

Die Stadt Duisburg plant eine weitere Bürgerveranstaltung. Nähere Informationen folgen.
 

Hinweis zu den Fotorechten Foster + Partners

Die drei Fotodateien dürfen für die Berichterstattung verwendet werden, wenn die Urheberquelle wie folgt angegeben wird:

Fotos Masterplan Duisburg 1 & 2 jeweils:
Foster + Partners

Zeichnung Masterplan Duisburg 3:
Narinder Sagoo/Foster + Partners