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History


Stadtarchäologie - Kommunale Bodendenkmalpflege

Schlaglichter einer reichen Geschichte

Die Stadt Duisburg blickt auf eine überaus reiche und wechselvolle Geschichte zurück. Zu allen Zeiten suchten die Menschen den Raum im Mündungsgebiet der Ruhr auf. Davon zeugen noch heute bedeutende archäologische Funde, die bei Baumaßnahmen wieder ans Tageslicht kommen. Einige der teils einzigartigen Exponate werden im Kultur- und Stadthistorischen Museum gezeigt. Aber auch wertvolle obertägige Denkmäler sind bis heute erhalten geblieben.
 
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Die erhaltene Stadtmauer des 12. Jhs. am Innenhafen
GroßbildansichtDie erhaltene Stadtmauer des 12. Jhs. am Innenhafen
Im Ortsbereich von Wedau sind beispielsweise zahlreiche Grabhügel von einem der größten eisenzeitlichen Friedhöfe der Region zu finden. Am Kaiserberg kann man den Resten einer Befestigungsanlage aus vor- und frühgeschichtlicher Zeit nachspüren. Mit den Mauern der hochmittelalterlichen Stadtbefestigung besitzt die Stadt Duisburg eine der am besten erhaltenen Befestigungsanlage des 10. bis 13. Jahrhunderts in Deutschland.
 
Der Dachsberg bei Baerl
GroßbildansichtDer Dachsberg bei Baerl

Im linksrheinischen Ortsteil Baerl haben sich auf dem Dachsberg Spuren einer römischen Wachstation erhalten.

 

Überregionaler Handelsplatz und Königspfalz

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Königspfalz Duisburg um 1000
GroßbildansichtKönigspfalz Duisburg um 1000
Der Königshof Duisburg um 880
GroßbildansichtDer Königshof Duisburg um 880
Schon während der Römerzeit und im frühen Mittelalter wurden im Mündungsgebiet der Ruhr große Mengen an Handelswaren umgeschlagen. Große Gräberfelder und zahlreiche Siedlungen zeugen von einer wirtschaftlich prosperierenden Region. Im Bereich des heutigen Duisburger Rathauses entstand ein fränkischer Königshof, der im hohen Mittelalter sogar zu einer bedeutenden Königspfalz ausgebaut wurde. Mit der Herausbildung des Hellwegs war Duisburg spätestens ab karolingischer Zeit auch an das weit verzweigte Handelsnetz im Osten angebunden, über das auch Waren von der Seidenstraße, aus Byzanz und dem russischen Raum umgeschlagen wurden.
 
Spätrömische Goldmünze aus Duisburg-Großenbaum, 4. Jh.
GroßbildansichtSpätrömische Goldmünze aus Duisburg-Großenbaum, 4. Jh.

 

Als wichtiger Hafenort und Umschlagplatz war Duisburg auch für die Wikinger äußerst interessant. Für die Jahreswende 883/884 überliefern die Schriftquellen einen Überfall der Nordmänner auf den Ort, die in duisburch auch ihr Winterlager aufschlagen. Brandspuren und einzelne Gräber in der Innenstadt sind archäologische Zeugnisse dieser Tage.

 

Flusslandschaften

Veänderung des Verlaufs des Rheins in römischer Zeit, im Mittelalter und der Neuzeit
Veänderung des Verlaufs des Rheins in römischer Zeit, im Mittelalter und der Neuzeit
 
Zusammen mit anderen Wissenschaftszweigen wie der Archäobotanik, Geologie oder Dendrochronologie versuchen die Archäologen auch die Veränderungen der Landschaft während der zurückliegenden Jahrtausende zu rekonstruieren. Siedlungsprägend wirkte in Duisburg in erster Linie das sich rasch verändernde und weit gefächerte Flusssystem. So führte letztlich die Verlandung der Rheinschlinge im 14. Jahrhundert zum Niedergang der Stadt im späten Mittelalter. Die Nachbarstadt Ruhrort an der neuen Flussmündung profitiert davon und blüht gleichzeitig als neue Hafenstadt auf. Mit der Eingemeindung der Nachbarstädte kann Duisburg heute wieder an sein Erbe als weltweit operierendes Logistik- und Handelszentrum anknüpfen.
 
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Aus der Arbeit der archäologischen Denkmalpflege

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Flächengrabung im Angerbogen von Huckingen
GroßbildansichtFlächengrabung im Angerbogen von Huckingen
Holzpfähle einer eisenzeitlichen Siedlung
GroßbildansichtHolzpfähle einer eisenzeitlichen Siedlung

                                                                                                                                                                             Das intensive Baugeschehen unserer Tage hinterlässt auch im Stadtgebiet von Duisburg deutliche Spuren. Nicht nur das Gesicht der Stadt über der Erde mit seinem gewachsenen Baubestand und einigen prägenden Baudenkmälern verändert sich in rasantem Tempo. Auch das unter der Erde verborgene archäologische Geschichtsarchiv der Stadt ist dem Veränderungsdruck tagtäglich ausgesetzt. Viele für das historische Erbe der Stadt bedeutende Bodenfunde gehen auf diese Weise verloren.

 
Steinzeuggefäße der frühen Neuzeit
GroßbildansichtSteinzeuggefäße der frühen Neuzeit
Funde vom Steinhof, spätes Mittelalter und frühe Neuzeit
GroßbildansichtFunde vom Steinhof, spätes Mittelalter und frühe Neuzeit
                                                                                                                        Um möglichst viele dieser einzigartigen Dokumente vor dem endgültigen Verlust zu retten, beobachtet die Stadtarchäologie das aktuelle Baugeschehen und ordnet in Absprache mit dem Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege in archäologischen Verdachtsbereichen Rettungsgrabungen an.
 

Denkmalpflege und Öffentlichkeit

Oberstes Ziel der denkmalpflegerischen Arbeit ist aber der Schutz der Denkmäler im Boden, um auch zukünftigen Generationen die Möglichkeit zu geben, mit besseren Methoden ihr geschichtliches Erbe zu erforschen. Unter dieser Zielsetzung werden Unterschutzstellungsverfahren durchgeführt.

 

Die Untere Denkmalbehörde liefert auch Vorschläge, Baumaßnahmen möglichst im Einklang mit dem Schutz der Denkmäler durchzuführen. Gleichzeitig will die Stadtarchäologie ihren Beitrag zur Stadtgeschichtsforschung leisten und informiert die Öffentlichkeit und die Wissenschaft über neue Ergebnisse der Forschung.

 
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